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Standards für das Fach Technologie

Leistungsstandards für die Technologie

für den Erwerb der Fachoberschulreife (FOSR, Mittlerer Bildungsabschluss) in den Klassen der BGS und BFS

(gem. Protokoll der Fachleiter-Dienstbesprechung vorn 02.12.2008)

 

1. Erläuterung

Schülerinnen und Schüler, die sich für den schulischen Bildungsgang der Berufsgrundschule bzw. Berufsfachschule entschieden haben, werden in unserem Hause erstmalig mit dem beruflichen Handlungsfeld der handwerklichen Fahrzeugtechnik konfrontiert. Dieser Bildungsgang hat die primäre Aufgabe, den Absolventinnen und Absolventen den Einstieg in dieses Berufsfeld zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. In Zusammenhang mit der Berufsanrechnungs- und -zulassungs­verordnung (BKAZVO) müssen die Schülerinnen und Schüler nach erfolgreichem Abschluss in der Lage sein, ohne Anpas­sungs­maßnahmen die duale Ausbildung im 2. Ausbildungsjahr aufzunehmen. Zudem sollten diese Schülerinnen und Schüler fähig sein, höhere schulische Ausbildungsformen zu absolvieren, z.B. höhere technische Fachschulen.

Leistungen, die Schülerinnen und Schüler in den technologischen Fächern im hier beschriebenen Bildungsgang zu erwerben und nachzuweisen haben, orientieren sich an den Kompetenz­be­schreibungen der Richtlinien und Rahmenlehrpläne für den berufsfeldbezogenen Lernbereich im Berufsgrundbildungsjahr Berufsfeld Fahrzeugtechnik (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.03.2004). Da es sowohl aus Gründen der Nachvollziehbarkeit wie auch der Umsetzbarkeit müßig ist, jede Einzelkompetenz ausführlich zu beschreiben, werden diese nachfolgend zu Kernkompetenzen zusammengefasst. Exaktere Beschreibungen der Kompetenzen sind Lernfeldern und Lernsituationen in der didaktischen  Jahresplanung zugeordnet.

Um zu Verdeutlichen, ob diese Kompetenzen durch die Schülerinnen und Schüler beherrscht werden, müssen den Kompetenzen Kriterien und Indikatoren zugeordnet werden. Dabei muss der Lerndreischritt, das Kennen, das Können und das Anwenden dieser Fähigkeiten sichergestellt sein. Die hier definierten Leistungsstandards sind allenfalls Minimalstandards, die für eine im Sinne der sechsschrittigen Benotung ausreichende Leistung erforderlich sind. In Summe sind die hier definierten Kompetenzen am Ende des gesamten Bildungsganges vollständig zu erbringen. D.h., das die Schülerinnen und Schüler diese Kompetenzen im Laufe des Bildungsganges zu erwerben und nachzuweisen haben. Von einer zeitlichen Differenzierung wird an dieser Stelle abgesehen.


 

2. Kompetenzen

Alle Kompetenzen werden im Rahmen der vollständigen Handlung vermittelt. Deshalb sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, ihre Arbeitsergebnisse zu kontrollieren, bewerten, dokumentieren und präsentieren.

Um eine stärkere Übersichtlichkeit der Standards zu erzeugen, werden diese  fachsystematischen Rubriken zugeordnet.

a. Fertigungstechnische Kompetenzen

  • Die Schülerinnen und Schüler planen die Demontage, Instandsetzung und Montage einer oder mehrerer Baugruppen eines Fahrzeuges oder einer berufstypischen Anlage und führen diese durch.
  • Die Schülerinnen und Schüler setzen Werkzeuge, Maschinen, Werk-, Betriebs- und Hilfsstoffe funktionsgerecht ein.
  • Bei der Herstellung von lösbaren Verbindungen, insbesondere den Schraubenverbindungen, beachten sie die technischen Daten und Montagevorschriften.
  • Im Zuge der Instandsetzung von Bauteilen, Baugruppen, Systemen und Anlagen führen sie die erforderlichen Arbeiten zum Umformen und Trennen von Halbzeugen durch, insbesondere Bohrarbeiten sowie Gewindeherstellungs- bzw. –instandsetzungsarbeiten.
b. Werkstofftechnische Kompetenzen

  • Die Schülerinnen und Schüler setzen Werkzeuge, Maschinen, Werk-, Betriebs- und Hilfsstoffe werkstoffgerecht ein.
  • Sie teilen Werkstoffe anhand technologischer, physikalisch/chemischer und ökologisch/ökonomischer Eigenschaften ein.
  • Sie benennen Halbzeuge und Werkstoffe normgerecht.
  • Sie wählen benötigte Halbzeuge und Werkstoffe entsprechend Ihrer erforderlichen Eigenschaften aus.
c. Technisch-kommunikative Kompetenzen
  • Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren alle Arbeitsschritte in einheitlichen Dokumentationsunterlagen.
  • Sie dokumentieren durchgeführte Wartungsarbeiten und informieren über deren Art und Umfang. Dabei verwenden sie Arbeitsplanungen, Herstellerunterlagen, Servicekonzepte, Reparaturleitfäden und Servicepläne, Blockschaltbilder, Diagramme und Funktionsschemata und Ersatzteil- und Materialbedarfslisten.
  • Sie führen Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Lieferanten und beachten die Bedeutung der Kundenpflege. Sie zeigen eine positive persönliche Einstellung gegenüber ihrer Werkstattarbeit und übernehmen Verantwortung für den Geschäftsprozess.
  • Sie setzen die dem Service zugrunde liegenden Regeln, Normen und Vorschriften um. Sie stellen die Kommunikation mit vorausgehenden und nachfolgenden Funktionsbereichen sicher. 
  • Sie wählen zur Dokumentation geeignete und genormte Darstellungs­mög­lich­keiten wie Zeichenblätter, Stücklisten etc.
d. Steuerungs-und regelungstechnische Kompetenzen

  • Sie wenden Schaltpläne und andere technische Dokumentationen der Elektrotechnik/ Elektronik bei der Analyse von Grundschaltungen elektrischer Bauelemente an.
  • Die Schülerinnen und Schüler führen eine Fehlersuche an Fahrzeugen oder berufsspezifischen Systemen durch und setzen elektrische und elektronische Systeme instand.
  • Die Schülerinnen und Schüler planen an Hand von Arbeitsaufträgen und Fehlerbeschreibungen die Prüfung und Instandsetzung von fahrzeugspezifischen Steuerungs- und Regelungssystemen.
e. Technisch-ökonomische und -ökologische Kompetenzen

  • Im Rahmen der Servicearbeiten entwickeln die Schülerinnen und Schüler Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein und wenden die Vorschriften für den Arbeits- und Umweltschutz sicher an.
  • Sie ermitteln Kundenerwartungen zur Auftragsabwicklung und reagieren auf Kundenwünsche.
  • Bei der Demontage prüfen sie die Bauteile und Bauelemente auf Wiederverwendbarkeit bzw. Wiederverwertbarkeit.
  • Sie wenden die Unfallverhütungsvorschriften zur Vermeidung von Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom an.
f. Fahrzeugsystemtechnische Kompetenzen

  • Die Schülerinnen und Schüler führen Pflege- und Wartungsarbeiten zur Funktions- und Werterhaltung an Fahrzeugen oder berufstypischen Systemen durch.
  • Die Schülerinnen und Schüler analysieren Funktionseinheiten der Fahrzeuge oder berufstypischer Systeme und beschreiben die Funktion der Teilsysteme.
  • Sie wenden Verfahren zur Analyse und Veranschaulichung von Funktionszusammenhängen an.
  • Sie nutzen Servicepläne und Reparaturleitfäden, beschaffen sich technische Unterlagen und wenden Möglichkeiten der Datenverarbeitung zur Informationsgewinnung und Dokumentation an.
  • Sie setzen die dem Service zugrunde liegenden Regeln, Normen und Vorschriften um.
  • Die Schülerinnen und Schüler planen anhand von Arbeitsaufträgen und Fehlerbeschreibungen die Prüfung und Instandsetzung von elektrischen und elektronischen Systemen an Fahrzeugen oder berufsspezifischen Systemen.
  • Sie unterscheiden Steuerungen und Regelungen und ordnen fahrzeugtypische Baugruppen und Bauteile hydraulischen, pneumatischen oder elektrisch/elektronischen Systemen zu.
  • Die Schülerinnen und Schüler demontieren und montieren steuerungs- und regelungstechnische Bauteile und kontrollieren die Funktion des Gesamtsystems durch Prüf- und Messverfahren.
  • Beim Umgang mit hydraulischen, pneumatischen oder elektrischen/ elektronischen Systemen wenden sie die Vorschriften des Arbeits- und Umweltschutzes an.
  • Sie grenzen auftretende Fehler und Abweichungen systematisch ein und beheben diese.
g. Mess- und prüftechnische Kompetenzen

  • Die Schülerinnen und Schüler wenden die Prüfgeräte zur Ermittlung von Längen, Durchmessern und Gewinden an.
  • Sie messen und ermitteln elektrische Größen, wenden dabei Tabellen und Formeln an und beurteilen die Messwerte und Signale.
  • Sie analysieren Funktionszusammenhänge und wenden grundlegende Prüf- und Messverfahren zur Untersuchung der Signal-, Stoff- und Energieflüsse an.
  • Sie dokumentieren ihre Prüf- und Messergebnisse und beurteilen diese durch Vergleichen mit errechneten Größen und Herstellervorgaben.
h. Informationstechnische Kompetenzen
  • Zur Informationsgewinnung verwenden die Schülerinnen und Schüler konventionelle und elektronische Informationssysteme. 
  • Sie wenden konventionelle Text- und Tabellenverarbeitungsprogramme zur Erstellung von Listen und Dokumentationen sowie Internetsuchprogamme zur Informationsbeschaffung an.

Essen, 29.03.09                                           Stefan Strickerschmidt

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